Kategorie: NEWS

Erstes Schmerzzentrum hat in Wien eröffnet

Das Therapiezentrum chronischer Schmerz (TCS) im Rabenhof wurde als zusätzliche Versorgungseinheit des Herz-Jesu Krankenhauses eröffnet und kann künftig bis zu 750 Patient*innen pro Jahr versorgen. Chronische Schmerzen betreffen in Österreich schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen; in Wien besteht ein geschätzter Behandlungsbedarf von 12.000 bis 14.000 Personen.

Das Zentrum bietet eine interdisziplinäre, multimodale Versorgung

Ärzt*innen, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, Psycholog*innen sowie Physio- und Ergotherapeut*innen arbeiten eng zusammen und behandeln evidenzbasiert nach aktuellen wissenschaftlichen Standards. Das Angebot reicht von medizinischen Maßnahmen über ambulante Entspannungsverfahren, Trainings zur Schmerzbewältigung, Akupunktur und Biofeedback bis hin zu Physio- und Ergotherapie, psychologischer Betreuung, Virtual-Reality-Therapien und — ergänzend, aber nicht im Vordergrund — interventionellen Eingriffen.

Digital unterstützt wird die Versorgung durch die Plattform „Hallo Gesundheit“, die digitale Sprechstunden, einfache Terminorganisation und den schnellen Zugriff auf Befunde ermöglicht. Das TCS soll als vernetzter Baustein in einem abgestuften Versorgungssystem zwischen Primärversorgung und hochspezialisierter Therapie fungieren; die dort gesammelten Erfahrungen sollen in die weitere Planung österreichweiter Angebote einfließen.

Das Zentrum kooperiert eng mit niedergelassenen Ärzt*innen und Spezialambulanzen der Spitäler, und es ist eines von drei geplanten Schmerzzentren in Wien — ein weiteres soll im kommenden Jahr in der Donaustadt eröffnet werden. Vertreter*innen aus Gesundheitspolitik und Medizin betonen, dass das TCS einen innovativen, menschenzentrierten und einkommensunabhängigen Versorgungsansatz verfolgt, der die Lebensqualität Betroffener verbessern und Qualitätsstandards sowie Patientenpfade in der Praxis verankern soll. Für die Bevölkerung bedeutet das neue Angebot eine wohnortnähere, umfassendere Anlaufstelle für Menschen mit langanhaltenden Schmerzen und eine stärkere Vernetzung der bestehenden Versorgungseinrichtungen.